Mevlüde-Genç-Rede

Botschaften weitertragen.

Wie können wir die Werte und den unermüdlichen Kampf unserer Mutter für Versöhnung und Frieden weitertragen?

 

Mevlüde Genç setzte sich zu Lebzeiten unermüdlich für Versöhnung, Liebe und ein friedliches Zusammenleben ein. Auch nachdem ihr fünf Angehörige durch den rassistischen Brandanschlag entrissen wurden, blieb sie eine starke Stimme gegen Hass und für Mitmenschlichkeit.

Seit dem Tod unserer Mutter stellen wir uns die Frage: Wie können wir ihre Werte und ihren Kampf für Versöhnung und Frieden weitertragen? Mevlüde Genç' Einsatz für ein friedliches Miteinander war beispielhaft und inspirierend. Trotz unermesslichen persönlichen Leids setzte sie sich immer für Versöhnung und Verständigung ein. Wir wollen, dass ihre Botschaft nicht in Vergessenheit gerät und weiterhin Menschen inspiriert.

Gerade heute ist ihr Vorbild wichtiger denn je. Am 30. Jahrestag des rassistischen Brandanschlags von Solingen hielt Özlem Genç eine bewegende Rede. Diese Rede brachte uns auf eine wichtige Idee: die Mevlüde-Genç-Rede.

Die Vision der Mevlüde-Genç-Rede

Jedes Jahr zum Gedenktag des Anschlags vom 29. Mai wollen wir eine herausragende Persönlichkeit des öffentlichen Lebens auszeichnen. Diese Person soll sich durch ihren unermüdlichen Einsatz für die Werte auszeichnen, für die auch Mevlüde Genç stets eingetreten ist: Frieden, Toleranz und Versöhnung.

Der Gedenktag soll genutzt werden, um der Hauptrednerin oder dem Hauptredner eine Bühne zu geben, ihre Botschaft in die Welt zu tragen. Wir wollen, dass diese Reden nicht nur an die schrecklichen Ereignisse erinnern, sondern auch Hoffnung machen und aktuelle Bezüge herstellen. Sie sollen mahnen, dass Hass und Gewalt keinen Platz in unserer Gesellschaft haben dürfen und gleichzeitig Wege aufzeigen, wie wir gemeinsam eine friedlichere und gerechtere Welt schaffen können.

Mevlüde-Genç-Rede 2024

In der ersten Mevlüde-Genç-Rede 2024 fand Ferda Ataman deutliche Worte der Mahnung. Sie erinnerte sich daran, wie sie vom rassistischen Brandanschlag in Solingen erfahren hat, und mahnte, wie wichtig es ist, sich an ihn zu erinnern:

„Der Brandanschlag von Solingen war ein kollektives Trauma für Millionen von Migrant:innen in den 90er Jahren. Es ist wichtig, kontinuierlich daran zu erinnern. Immer. Auch dann, wenn kein runder Jahrestag ist und es nur wenig Aufmerksamkeit dafür gibt."

Für uns zeichnet sich Ferda Ataman durch ihren unermüdlichen Einsatz für die Werte aus, für die auch Mevlüde Genç stets eingetreten ist: Frieden, Toleranz und Versöhnung. Mit ihrer starken Rede, der ersten Mevlüde-Genç-Rede, gibt sie Kraft und motiviert, sich stets gegen Hass und Hetze zu engagieren.

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Mevlüde-Genç-Rede 2025

Die zweite Mevlüde-Genç-Rede hielt am 29. Mai 2025 der renommierte Historiker Prof. Dr. Wolfgang Benz.Als emeritierter Professor für Zeitgeschichte und ehemaliger Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin brachte er eine besondere Expertise zur deutschen Erinnerungskultur mit.

In seiner eindrücklichen Rede appellierte Benz an die gesellschaftliche Verantwortung und die Bedeutung einer kritischen Erinnerungskultur. Er betonte, dass Wissen vermittelt und über Zusammenhänge von Rassismus, Antisemitismus und Gewalt jenseits von Emotionen aufgeklärt werden müsse, um gesellschaftliche Lernprozesse anzustoßen und aus der Geschichte Lehren ziehen zu können.

Besonders bewegend war sein Schluss: Benz würdigte die Bedeutung von Mevlüde Genç, die durch ihr Wirken den Kategorischen Imperativ Kants fortgeschrieben habe –

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“.

Der Historiker unterstützte auch die Forderung der Familie nach einem Gedenk- und Dokumentationsort an der Unteren Wernerstraße, um einen Raum des Lernens zu schaffen.

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